Majora’s Mask (N64/Wii/3DS)**

Die leidige N64 Ära hatte zweifelsohne ihre Highlights. Für mich ganz oben auf der Liste steht der zweite Teil der Zelda Reihe, der auf Nintendos zweit-erfolglosester Heimkonsole erschienen ist: Majora’s Mask. Das Spiel sieht auf den ersten Blick exakt aus wie sein Vorgänger, Ocarina Of Time (ebenfalls N64), aber dank der verpflichtenden “Expansion Pack” RAM Erweiterung (kein Kommentar) sind die Texturen hier etwas höher aufgelöst und die Grafik wirkt insgesamt etwas schöner. Ansonsten unterscheidet sich Majora’s Mask hauptsächlich durch sein Gameplay. Genau genommen durch ein Feature, durch welches ich das Spiel so lieb gewonnen habe: Die Zeitschleife. Die Spielzeit läuft quasi in Echtzeit über drei Ingame Tage ab, was etwa 1,5 Stunden Real-zeit entspricht (1 Minute Real = Eine Stunde Ingame), und startet danach wieder komplett von vorn. Alles wird auf Zeitpunkt Zero zurück gesetzt, außer die Gegenstände, die man bisher gefunden hat. Das ist zwar für all jene Spieler, die es lieber geradlinig und simpel möchten, äußerst gewöhnungsbedürftig bis sogar abschreckend,  aber ich persönlich bin fasziniert von den Möglichkeiten, die ein solches Gameplay eröffnet. Die drei Ingame Spieltage sind gefüllt mit Leben  und Ereignissen, die man nach und nach nach dem “Täglich grüßt das Murmeltier” Prinzip immer genauer erforscht, Zusammenhänge erkennt, und aktiv in die Abläufe eingreift. Das Praktische Tagebuch, in dem Notizen über das Wann und Wo der Ereignisse gesammelt werden, hilft dabei, hier nicht den Überblick zu verlieren.

Man kann Majora’s Mask aber im Grunde eh wie ein “normales” Zelda spielen, denn zum Erledigen einer der jeweils vier Dungeons steht Dank  dem Zeit Verlangsamungs Feature genug Zeit zur Verfügung. Danach geht’s wieder zurück zum Beginn von Tag Eins, und die nächsten Aufgaben können in Angriff genommen werden. Apropos Dungeons: Für mich ist es ein klarer Bonuspunkt, dass das Spiel nur vier Verliese hat, denn ich verbringe viel lieber  Zeit auf der Overworld, als mit Dungeon Crawling.

Aber auch abgesehen vom Zeit Feature hat Majora’s Mask einiges zu bieten: Man kann zum Beispiel zahlreiche Masken sammeln, die einem mehr oder weniger nützliche Spezialfähigkeiten verleihen, und es besteht sogar die Möglichkeit, komplett seine Erscheinungsform zu ändern. Das erweitert den Gameplay Horizont enorm und ermöglicht das Lösen von Rätsel und Aufgaben, die in der normalen Form nicht möglich gewesen wären. Es gibt Zelda typisch natürlich genug zu erforschen und zu entdecken, und das Erledigen von zahlreichen Sidequests und teilweise sogar alternativen Handlungssträngen sorgt für lang anhaltenden Spielspaß. Dieser wird aber doch ab und zu vom streckenweise recht happigen Schwierigkeitsgrad getrübt – Stichwort Wasser Dungeon. Ich kenne einige, die an diesem Dungeon fast zerbrochen wären. In heutigen Zeiten wäre ein Level mit einem derart hohen Komplexitäts/Schwierigkeitsgrad nahezu undenkbar. Die Tatsachen, dass man nur beim Zurückreisen zu Tag Eins dauerhaft speichern kann, dazwischen nur an bestimmten Stellen temporäre Sicherungen anlegen kann und die teilweise frustrierend ungenaue Steuerung  tun  noch einiges in Sachen Schwierigkeit hinzu.

Auch erwähnt werden muss das teilweise recht ausgefallene Art Design. Die größten Teile von Majora’s Mask bewegen sich zwar in gewohnt Zelda typisch westlicher Fantasy Manier, aber am Beispiel des Maskenhändlers und des grandiosen Finales erkennt man doch, dass hier Japaner am Werk waren 🙂 Insgesamt wirkt das Spiel einfach düsterer und erwachsener als andere Vertreter der Reihe. Majora’s Mask ist eindeutig das Core-Game unter den Zeldas.

Es ist vielleicht gewagt, aber ich bleibe dabei: Für mich ist MAJOAR’S MASK der beste Zelda Titel Ever. Klar, das Zeit Feature ist nicht jedermanns Sache und macht das Spiel im Vergleich zu anderen Zeldas relativ sperrig, aber ich steh total drauf. Ich kenne wenig bis keine anderen Spiele, die einen ähnlich komplexen und abwechslungsreichen Aufbau der Storyline und des Gameplays haben, und trotzdem noch so zugänglich sind. Klar, MAJORA’S MASK ist anders als andere (Zelda) Spiele. Und genau deshalb mag ich das Game so gern.

humerisches Fazit:
75 – 94
%
Hasser von Zeitlimits und gewöhnungsbedürftig komplexen Gameplay werden mit Majora’s Mask kaum Freunde haben und sich vermutlich nie soweit in das Spiel einarbeiten, um seine Genialität zu erkennen. Wer diese aber erst erkannt hat wird Majora’s Mask lieben (sofern er ein Freund von Zeitreisen ist) und höchstens mit der teilweise sehr schwammigen Steuerung und dem beinharten Schwierigkeitsgrad zu kämpfen haben.

>> Majora’s Mask Ending @ YouTube

[Artikel @ Wikipedia]
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