Resident Evil 5 (360)**

Wo soll ich nur anfangen. Mal die Fakten: Seit Resi 1 auf der Playstation 1 bin ich Fan der Serie. Ich mochte und mag nach wie vor die starren Kamerawinkel, das langsame Gameplay, die Hilflosigkeit durch träges Gameplay und Munitionsmangel, die stupiden, aber charmanten Rätsel, die Story, die schlurfenden Zombies, die Monster. Resi 4 stellte das alles auf den Kopf, die Zombies sind ersetzt worden von von Parasiten besessenen Menschen und man steuerte die Spielfigur erstmals in der Schulterperspektive. Das Spiel war weniger grueslig, dafür war die ständige Bedrohung durch intelligente und zahlreiche Gegner auch sehr beängstigend. Teil 5 setzt das Ganze konsequent fort. Im prächtigen Next-Gen Gewand schlüpft mandiesmal in die Rolle von Chris Redfield, der sich exakt so steuert wie schon Leon Kennedy in Teil 4. Größte Neuerung ist der konsequente Koop Modus: Da man nun immer eine Begleitung in Form der ansehnlichen Sheva dabei hat, kann jederzeit ein zweiter Spieler, oder sogar übers Internet eine weit entfernte Person ins Spiel einsteigen.Die Grafik ist bombastisch, eine Augenweide in jeder Hinsicht. Die Mimik und Bewegungen der Charaktere sind verblüffend realistisch und die zahlreichen Zwischensequenzen stehen modernen CGI Filmen  in Sachen Inszenierung in nichts nach. Besonders beeindruckend ist für mich auch der Sound, vor allem die Sprachsynchro während der Zwischensequenzen klingt, als wäre sie mit einem Boom-Mikrofon live am Set aufgenommen worden – was das ganze noch cineastischer macht. Die Musik ist während der Kämpfe gewohnt bombastisch, erinnert aber oft sehr stark an den Gears of War Soundtrack, was ja nichts Schlechtes ist 🙂

Aber insgesamt bleibt eher ein fahler Eindruck zurück. Hat man sich an die Grafik- und Soundgewalt gewöhnt, bleibt eigentlich nur ein schleppender 3rd Person Shooter über. Klar, Resi 4 war im Prinzip genauso, nur wurde da irgendwie mehr Abwechslung geboten, mehr (verrückte) Ideen, mehr Charme. Bei Resi 5 ballert man sich von Gegnerhorde zu Gegnerhorde, löst insgesamt EIN (Spiegel/Lichstrahl Verschiebe) Rätsel, erledigt einige imposante Bossgegner und wird über weite Strecken einfach gelangweilt – vor allem gegen Schluss begegnet man immer den selben Gegnertypen. Es wurde bei Resi 5 zwar versucht, wieder mehr an die originale Resident Evil Geschichte anzuknüpfen, aber irgendwie wirkt das zu zwanghaft aufgesetzt. Die Story ist insgesamt zwar nicht sooooo übel, aber zündet nicht so wirklich. Dass Resi 5 stark von Gears Of War stiehlt muss natürlich auch noch erwähnt werden (Die Musik bei den Uroburos Kämpfen, das Decken-und-Schießen-System, der “Hammer der Morgenröte” Satelliten Laser…).

Man nehme Resi 4, poliere Grafik, Sound, Musik und Präsentation extrem auf, entferne alle Resi typischen Rätsel, wechsle den Resi-Charme gegen ein ernstes Shooter Setting aus und quetsche das alles in ein super-lineares Gameplay, und erhalte Resident Evil 5. Grafik, Sound, Präsentation und Inszenierung der Zwischensequenzen wird mir sicher länger in Erinnerung bleiben, vom Rest des Spiels (abgesehen von den imposanten Bosskämpfen) hab ich bereits jetzt das meiste schon wieder vergessen. Resident Evil 5 ist kein schlechtes Spiel, aber auch kein überaus Gutes. Teil 4 war bei Weitem besser.

humerisches Fazit:
70 – 85%
Als hargesottener Resident Evil 1 – 4 Fan wird man vom zu ernsten Stil, dem entfremdeten Setting und dem hohen Action Anteil ziemlich sicher enttäuscht sein. Alle anderen Genrefreunde werden damit (vor allem im Koop Modus) aber sicher ihre Freude haben.

[Artikel @ Wikipedia]
[<< LAST  PLAYED Home ]