Wie man sein perfektes Videoformat findet.

Ich habe inzwischen aufgehört mitzuzählen, wie oft ich mich bereits zum Thema “Meine nächste Veränderung auf YouTube” in Video- sowie in Textform geäußert habe. Wie dem auch sei, es ist auf jeden Fall wiedermal höchste Zeit für einen weiteren Beitrag zu diesem nie enden wollenden Thema 🙂

Man könnte mir vorwerfen, dass ich fast mehr neue Videoformate kreiere, als ich dann eigentlich Videos veröffentliche. Obwohl das dann schon etwas übertrieben wäre. Aber warum beschäftige ich mich denn nun so häufig mit dem Erfinden von neuen Formaten für meine YouTube Kanäle? Warum kann ich denn nicht einfach die bestehenden Formate auf längere Zeit bedienen, ohne sie ständig umbauen zu müssen?
Um diese Frage zu beantworten, muss ich ein bisschen ausholen.

Ich stecke nun seit fast vier Jahren so gut wie jeden Tag Zeit und Aufwand in das Thema YouTube und habe inzwischen gut 500 Videos produziert (Let’s Plays mit eingerechnet). Mein Rock & Metal Kanal “humaldo rockt!” hat inzwischen schon über 1250 Abonnenten und meine dortigen Videos werden im Schnitt 200 mal geklickt und 20 mal geliked. Auf meinem Krimskrams-Kanal “humaldo macht videos.” mit aktuell 215 Abonnenten komme ich auf im Schnitt 70 Views und 10 Likes pro Video. Ich freue mich natürlich wahnsinnig über jedes einzelne Like, jeden Kommentar und jedes neue Abo. Aber, und ich hoffe, das klingt jetzt nicht undankbar, nachdem ich fast vier Jahre lang regelmäßig einen wirklich großen Teil meiner Freizeit in das Thema stecke, wäre mir inzwischen schon ein bisschen mehr “Erfolg” ganz recht. Ich rede hier natürlich nicht von kommerziellem Erfolg oder großer Berühmtheit. Ich meine mit “Erfolg” lediglich ein stetes, spürbares Wachstum.

Auf “humaldo rockt!” kommen im Schnitt 10 neue Abonnenten pro Monat dazu, auf “humaldo macht videos.” sind es maximal 3-5, wenn überhaupt. Leider kommt es mir aber so vor, als ob ich genau die Anzahl, die an neuen Abonnenten dazu kommt, wieder an aktiven, alten Abonnenten verliere. Das heißt, obwohl die Abonnentenzahl zwar langsam größer wird, bleiben die Rückmeldungen durch Kommentare und Likes auf meine Videos immer ziemlich konstant oder sind in letzter Zeit sogar wieder rückläufig. Von stetem, spürbaren Wachstum kann also keine Rede sein.

Ich bin mir natürlich völlig darüber im Klaren, dass das Gesamtprodukt “humaldo” nur ein mengenmäßig sehr beschränktes Nischenpublikum anspricht:

  1. Ich rede im (leicht geschönten) Niederösterreichischen Dialekt.
  2. Ich mache meine Videos spontan und ungescriptet.
  3. Ich bin wahrscheinlich nicht der beste Redner der Welt.
  4. Ich versuche, natürlich zu sein, mich nicht zu verstellen und nicht zu schauspielern.
  5. Ich beschäftige mich meist mit unpopulären Nischenthemen.
  6. Meine populären Themen sind auf Youtube hoffnungslos übersättigt.

Nun ist es so, dass ich mich (aus welchem Grund auch immer) wahnsinnig gern mitteile und andere Menschen an meinen Gedanken, Erfahrungen und Erlebnissen teilhaben lassen möchte. Wenn mich ein Thema beschäftigt und nicht mehr los lässt, dann muss ich mich über dieses Thema einfach irgendwie mitteilen. Da ich auch gerne Videos bastle, liegt es nur nahe, dass ich diesen “Mitteilungsdrang” über YouTube Videos auslebe. Oder neuerdings auch wieder über Text-Blogs, wie diesem hier.

Hinzu kommt, dass ich Ineffizienz und Zeitverschwendung hasse. Wenn sich für mich etwas nach verschwendeter Lebenszeit anfühlt, dann mache ich sehr schnell kurzen Prozess damit. Man könnte nun natürlich als Argument bringen, dass es halt eben immer eine gewisse Zeit dauert, bis sich “Erfolg” einstellt, und ich nur noch ein bisschen durchhalten muss. Klar, sonst hätte ich das Videomachen an sich ja schon längst aufgegeben. Aber die nächsten Monate und Jahre widerwillig unendlich Zeit in ein Videoformat zu stecken, dass sich für mich aber wie verschwendete Zeit anfühlt, geht gar nicht. Schließlich ist YouTube ein Hobby für mich, das ich völlig freiwillig in meiner Freizeit zur Selbstverwirklichung betreibe.

Fassen wir meine Situation also zusammen:

  1. Dank meinem “Mitteilungsdrang” muss ich mich zu verschiedensten Themen einfach regelmäßig öffentlich mitteilen.
  2. Ich habe eine mengenmäßig eingeschränkte Zielgruppe, weil ich eben so bin wie ich bin.
  3. Ich hasse Zeitverschwendung.

Mein Ziel kann es also nur sein, den bestmöglichen Kompromiss zwischen diesen drei Punkten zu finden:

  1. Mein Content soll mir selbst Freude machen und zu mir passen.
  2. Er soll meine Zielgruppe auch interessieren und erfreuen, was wiederum zu “Erfolg” in Form von Likes, Kommentaren, stetem Wachstum und schließlich zu dauerhaft gesicherter Motivation führt.
  3. Die Videos sollen vergleichsweise schnell zu produzieren sein, damit sich deren Produktion nicht nach verschwendeter Lebenszeit anfühlt.

Nur wenn diese drei Punkte zueinander ausgewogen sind, dann sichert mir das meine dauerhafte Motivation am Videomachen. Und genau da kommt meine immerwährende Suche nach dem perfekten Videoformat ins Spiel. Wie sehr mir ein Videoformat Freude macht, und wie gut es beim Publikum ankommt, lässt sich nur herausfinden, indem ich es ausprobiere. Habe ich dann einige Videos eines Formats produziert, und ich merke aber, dass es beim Publikum nicht gut ankommt, weil ich kaum Rückmeldungen dazu bekomme, dann habe ich bald keine Lust mehr, neue Videos in diesem Format zu produzieren, weil das Zeitverschwendung wäre, die ich nunmal hasse.

Der einzige logische Schritt für mich ist daher, wieder etwas Neues auszuprobieren, und hoffentlich der Lösung der magischen Formel “Mir machts Spaß + Meinen Publikum machts Spaß + Es fühlt sich nicht nach verschwendeter Zeit an = Perfektes Videoformat” näher zu kommen.

Wie nun das nächste Format, dass ich demnächst auf meinem Kanal “humaldo macht videos.” ausprobieren werde, ungefähr aussehen wird, erfährt ihr übrigens in dem Vlog, den ich unten eingebettet habe.

Abschließend habe ich wie immer keine Ahnung, ob meine Gedankenspinnereien eigentlich für irgendjemand außer mich selbst interessant sind, auch wenn ich schon hoffe, dass dem so ist. Wenn ihr mir Feedback dazu hinterlassen möchtet, dann könnt ihr das gern über sämtliche Sozialen Medien machen, auf denen ich diesen Artikel gepostet habe (Twitter, Facebook, Discord) oder ihr könnt mir natürlich auch ganz klassisch eine Email schreiben.

Vielen Dank wieder einmal für eure Aufmerksamkeit und bis zum nächsten Mal!

Euer humaldo