Zelda Spirit Tracks (DS)**

Game Status:
Beendet.

Ich gehöre zu den wenigen Zelda-Fans, die „Wind Waker“ (Gamecube) trotz (oder wegen?) des Grafikstils mögen, deshalb freute ich mich damals auch darüber, dass „Phantom Hourglass“, das erste Zelda für den DS, auch den Cell Shading Stil des großen Bruders übernahm. Aber leider musste ich feststellen, dass ich mit absolut nicht Phantom Hourglass anfreunden konnte, man war einfach zu wenig auf der Oberwelt unterwegs und verbrachte zu viel Zeit in Dungeons und mit Bootfahren. Kurz: Phantom Hourglass war zwar ein sehr gutes Spiel, traf aber meinen Geschmack nicht. Darum hatte ich eigentlich gar nicht vor, mir “Spirit Tracks” zu besorgen, weil es ja laut verschiedensten Vorab Berichten eh sehr ähnlich wie Phantom Hourglass sein soll.

Doch das Zelda-Fanboy-Herz schrie und zappelte furchtbar in meiner Brust, als ich es dann zufällig im Händler Regal vor mir stehen sah. Und um unnötigen Herzschmerz zu vermeiden, besorgte ich es mir dann halt doch 🙂 . Spirit Tracks ist technisch gesehen wirklich fast identisch mit Phantom Hourglass, genau genommen hat man nun noch weniger spielerische Freiheiten, weil man nun auf vorgegebenen Schienen fahren muss, was mich anfangs doch sehr nervte. Aber ab dem Zeitpunkt, wo man die Kanone bekommt und die Umgebung nach Herzenslust bombardieren kann, gings aufwärts mit der Laune und das gute alte Zelda Feeling stellte sich ein.

Am skeptischsten stand ich jedoch dem Turm der Götter gegenüber. Es war ja auch in Phantom Hourglass so, dass man ständig zu einem Dungeon (dem Tempel des Meereskönigs) zurück kehren musste, dort massiv unter Zeitdruck stand, und das ganze oben drein auch absolut keinen Spaß machte. Doch der Turm der Götter ist im Vergleich zum Tempel des Meereskönigs eine reine Vergnügungstour! Es gibt nun kein Zeitlimit mehr und man kämpft sich im Co-Op Seite an Seite mit Prinzessin Zelda (die in Geistergestalt Besitz über Phantome ergreifen kann) durch die zahlreichen Stockwerke, was mir persönlich sehr viel besser gefallen hat als das Tempel-Gameplay des Vorgängers.

Leider verbringt man in Spirit Tracks aber halt auch wie beim Vorgänger die meiste Zeit in Dungeons, und, dem Zug sei Dank, relativ wenig Zeit beim freien Erkunden der Gegend. Ich stellte mir ständig vor, wie großartig es wäre, vom Zug abspringen, und zu Fuß weiterlaufen zu können. Kann man aber nicht. Trotzdem hat das Zugfahren durchaus Charme und es gibt immer was zum Entdecken und Abschießen (Hasenjagd!). Wenn der Zug nur ein wenig schneller fahren, und nicht so schrecklich langsam durch die Gegend kriechen würde!! Es dauert ewig, von A nach B zu gelangen. Aber zumindest machts mehr Laune als das Bootfahren in Phantom Hourglass.

Es gibt massenhaft zu entdecken und zahlreiche Nebenaufgaben, die einen gemeinsam mit der Hauptstory echt lange an den DS fesseln. Leider gibt’s keinen Zeitzähler, aber ich vermute, über 20 Stunden reingesteckt zu haben. Musik, Sound und Präsentation sind großartig, Animationen und Charakter Design Zelda-gewohnt erste Sahne, und die cineastischen Cutscenes sehenswert. Besonders erwähnenswert finde ich die eindrucksvollen Bosskämpfe, und speziell den Showdown des Spiels. Hier steht das kleine DS-Game einem großen Titel wie Twilight Princess in nichts nach!

Man muss aber auch ein wenig an dem Spiel bekritteln. Das Spielen des Musikinstrumentes zum Beispiel. Die Panflöte wird mittels Pusten ins Mikrofon gespielt, was bei den komplizierteren Musikstücken oft wie reines Glücksspiel erscheint (Ein Tipp: Die Noten treffen, der Rhythmus ist egal). Die Steuerung von Link mittels dem Touchscreen funktioniert meist sehr gut, nur manchmal wünscht man sich doch, ihn mit dem Steuerkreuz steuern zu können, weil das einfach exakter ist. Den Schwierigskeitsgrad gegen Ende könnte man durchaus als Negativpunkt empfinden. Es wird teilweise äußerst knackig, und obwohl ich langjähriger Zelda Veteran bin, musste ich gegen Ende öfters als sonst einen Blick eine Online Lösung werfen. Aber in einer Zeit, in der die Spiele immer einfacher werden, finde ich es von Nintendo sogar begrüßenswert, dass die langjährigen Zelda Fans hier richtig gefordert werden, und die Serie nicht auch an den Casual Markt angepasst wird.

Ein wundervolles Spiel. Wer Phantom Hourglass mochte, hat sowieso schon zugeschlagen, und alle anderen können ruhig einen Blick riskieren. Das Zugfahren ist unerwarteter Weise deutlich spaßiger als das Bootfahren des Vorgängers, und auch sonst finde ich, dass „Spirit Tracks“ mehr angenehmen Charme versprüht als Phantom Hourglass. Trotzdem: An Links Awakening und Minish Cap kommt Spirit Tracks meiner Meinung nach nicht ran. Aber das habe ich auch gar nicht erwartet 🙂

humerisches Fazit:
80 – 86%
Die bereits von Phantom Hourglass bekannte Spielmechanik und die nur auf Schienen zu bereisende Welt sind nicht jedermanns Sache. Im direkten Vergleich zum Vorgänger schneidet Spirit Tracks jedoch weit besser ab und ist somit ein durchaus empfehlenswertes Zelda für unterwegs.

[Artikel @ Wikipedia]
[<< LAST PLAYED Home ]

Dieser Artikel ist auch zu finden auf