Silent Hill 2 (PS2)**

Game Status:
Beendet (Action: Easy, Rätsel: Normal)
Zeit: 07.28h


Was bin ich froh, dass ich in ihrer Hochzeit selbst keine Play Station 2 besaß, und nun mit etwas Verspätung die Highlights der Konsole zum ersten Mal erleben darf. Wie eben Silent Hill 2 aus dem Jahr 2001. Ich bin zwar großer Fan von Horrorgames, die Silent Hill Serie bekam ich aber nur am Rande mit. Und nach den Lobpreisungen des zweiten Teils im GameOne Podcast musste ich ihn mir einfach besorgen. Ich wurde nicht enttäuscht.

Genau genommen passiert in Silent Hill 2 nicht viel. Das Spieltempo ist sehr langsam, meistens muss man lange Wege von A nach B laufen, dazwischen Monster ausweichen (Hard Modus) oder töten (Easy Modus), einige Rätsel lösen und versuchen, durch seltene Konfrontation mit anderen Personen die Story zu erschließen. Aber das ist schon gut so, denn erst durch diese Trägheit stellt sich die bedrückende, einsame und verlorene Stimmung so richtig ein. Man muss sich halt darauf einlassen, ein Spiel für Zwischendurch ist Silent Hill 2 definitiv nicht. Die Rätsel sind teilweise  leider etwas unfair geraten, denn man bekommt  oft keine Hinweise zur Lösung. Das bedeutet herumprobieren und alles benutzen was man grad im Inventar hat, und hoffen, dass es klappt. Vielleicht bin ich aber durch die relativ simplen Spiele heutiger Tage einfach nur verwöhnt, das kann natürlich auch sein 🙂 Was mich auf Dauer aber genervt hat, ist das langsame Aufrufen der (wirklich vorbildhaften) Karte. Um sich in den Gebäuden zurecht zu finden, muss man eigentlich ständig die Karte benutzen, und wenn da immer ein paar Sekunden vergehen bis man sie zu sehen bekommt, dann ist das in Summe schon etwas anstrengend. Übrigens, die haarsträubendsten Passagen waren für mich jene, wo keine Karte zur Verfügung stand, und Gegner, Klaustrophobie und der Sound mich fast in die Verzweiflung trieben.

Die Grafik kann sich heute noch sehen lassen, was hauptsächlich an den sehr guten Charakter Animationen und der Tatsache liegen dürfte, dass der Großteil des Spiels im Dunkeln stattfindet. Die Story mit dem großen Twist gegen Ende ist einmalig, wird wunderbar erzählt und bietet auf Grund zu vieler Fragen und zu wenigen Antworten genügend Freiraum zur Eigeninterpretation. Aber das eigentliche Highlight ist eindeutig der Sound.  Konamis Sound Guru Akira Yamaoka gelingt es eindrucksvoll, das Spiel fast ausschließlich durch seinen Sound zu einem echten Horrortrip werden zu lassen. Etwas vergleichbares habe ich bisher nur in DEAD SPACE erlebt.

Wirklich grandios. Silent Hill 2 muss man als Horrorfan einfach gespielt haben. Das subtile Grauen, welches das Game vermittelt, sucht auch heute noch seinesgleichen, und als Soundmensch freut es mich natürlich, dass sicher 80% der gesamten Stimmung nur über Geräusche, Atmo und Musik erzeugt wird. Einzig das etwas träge Aufrufen des Kartenmenüs und die teilweise echt an den Haaren herbeigezogenen Rätsel fielen mir negativ auf. Der Rest ist einfach einmalig. Psychological Horror at it’s best. Würde David Lynch Spiele machen, würden sie wahrscheinlich so sein wie Silent Hill 2.

humerisches Fazit:
75 – 92%
Die träge Karte, das klassische Gameplay und die langsame Natur des Spiels könnte es für moderne Spieler schnell uninteressant werden lassen. Lässt man sich jedoch auf Silent Hill 2 ein, können Stimmung, Story und Sound Design vollkommen begeistern.

[Silent Hill Wiki]
[Silent Hill Endings @ game-endings.co.uk]
[Artikel @ Wikipedia]
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