Runaway 2 (PC/DS)**

GAME STATUS:
Frustriert aufgegeben.
Spielzeit: Etwa 1 Stunde

Ich bin ja seit den frühen 90igern ein großer Fan von Point’n’Click Adventures. Maniac Mansion, Indiana Jones und Monkey Island waren und sind meine Heros. Mit dem 3D Boom starb dieses Genre dann so gut wie aus, und erst Mitte der 2000er Jahre zeichnete sich eine Rückkehr der Point’n’Click Adventures ab. “Runaway” war eines der ersten Spiele, die wieder für Aufhorchen unter den Fans und für steigende Verkaufszahlen sorgten – Der Titel des spanischen Entwicklers “Péndulo Studios” gilt als Mitgrund für den Boom des Genres, der sich derzeit abzeichnet.

Aber das ist schon das einzig Positive, was ich der Serie abgewinnen kann. Ehrlich gesagt habe ich nur Teil 2 gespielt, aber laut diversen Testberichten dürfte sich das Problem durch die ganze RUNAWAY Serie ziehen: Unfaire, unlogische und an den Haaren herbeigezogene “Rätsel”.

Meinem Verständnis nach zeichnet sich ein Rätsel dadurch aus, dass eine Aufgabe gestellt wird, die gelöst werden will. Dazu gibt es im Normalfall Hinweise, die es zu verstehen, zu interpretieren und zu kombinieren gillt, um letztendlich das Rätsel zu knacken. Gute Adventures, wie die meisten der Lucas Arts Serie (die schon zu Recht so einen guten Ruf genießt), stellen für jedes Rätsel genügend Hinweise zur Verfügung. Bei schlechten Adventures gibt’s quasi keine oder zumindest wenige oder unzureichende Hinweise, und das Lösen wird zur reinen Glückssache. Wie eben bei Runaway. Die meisten Rätsel sind völlig an den Haaren herbeigezogen und machen höchstens in den Köpfen der Entwickler Sinn.

Es gibt einen zuverlässigen Test, der zeigt, ob ein Rätsel gut oder schlecht designed ist: Kommt man nicht weiter, und schaut halt in der Lösung nach, und denkt sich dann “Eh klar! Auf das hätte ich eigentlich kommen müssen! Jetzt verstehe ich die Hinweise endlich! Ich muss blind gewesen sein!”, dann handelt es sich um gutes Rätsel Design. Denkt man sich aber “Hä?! Wie soll man denn bitte auf sowas kommen? Das macht doch keinen Sinn!”, haben die Designer einen schlechten Job gemacht. Ich habe das Gefühl, die Leute hinter Runaway haben echt keine Ahnung vom Rätsel Design, sondern  haben einfach ihre phantasievollsten und ausgefallesten Ideen gesammelt, zu abstrusen Handlungsabfolgen verstrickt, und ins Spiel eingebaut, im Glauben, “fordernde und anspruchsvolle” Rätselkost zu liefern. Das ganze fordert nicht, ist nicht anspruchsvoll, sondern frustriert einfach nur. Bei jedem Blick in die Lösung kam ich mir verarscht vor. “Wie soll ich denn bitte auf das drauf kommen?”.

Genau dieser Frust hat mich dazu gebracht, Runaway 2 nach nicht einmal einer Stunde Spielzeit in den tiefsten Winkel meines Schrankes zu verstauen. Eigentlich schade, weil Story, Präsentation und Gesamtkonzept sind ja eigentlich in Ordnung.

Humerisches Fazit:

Entschuldigt bitte den sicher schon 1000fach gebrauchten Schmäh, aber ich finde Runaway einfach zum Davonlaufen. Der in diversen Testberichten oft “hohe Schwierigkeitsgrad der Rätsel” ist kein Schwierigkeitsgrad, sondern einfach eine üble Laune der Entwickler und eine Beleidigung an den Spieler. Ich kaufe mir nicht ein Spiel, damit ich dann von den Entwicklern verarscht werde. Ich werde nie wieder einen Teil der Serie anrühren, und widme meine Zeit den wirklich guten Point’n’Click Adventures, mit fairen Rätseln, die sogar Spaß machen, wenn man in die Lösung schaut.

humerisches Fazit:
0 – 64%
Extrem unfaire und undurchsichtige Rätsel, eine umständliche Bedienung und ein unsympathisches Art Design machen das Spiel nur für Hardcore-Point’n’Click Fans interessant, die sich das Spiel der Story wegen antun.

[Artikel @ Wikipedia]
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