Moon*

“Moon” ist der erste Feature Film des jungen britischen Regisseurs Duncan Jones, der bisher nur Werbefilme gemacht hat, und ganz nebenbei noch David Bowies Sohns aus erster Ehe ist. Ob diese Verwandtschaftsverhältnisse begünstigend für Duncan’s Karriere gewirkt haben sei dahin gestellt, auf jeden Fall hat er mit “Moon” ein beachtliches Indie-Erstlingswerk abgeliefert. Mit nur 5 Millionen Dollar Budget kann sich der Film echt sehen lassen und die sparsam und unaufdringlich eingesetzten Special Effects brauchen den Vergleich mit großen Produktionen nicht scheuen! Als Freund der alten Filmschule freut es mich besonders, dass die meisten Effekte von “Moon” mit Modellen realisiert, und lediglich mit CGI nachbearbeitet wurden, was einen ganz eigenen, klassischen Charme erzeugt.

“Moon” ist ein ruhiger und sehr persönlicher Science Fiction Film, dem man die Liebe des Regisseurs zum Genre in jeder Sekunde anmerkt. Ständig muss man an die Klassiker der Sci-Fi Geschichte denken, aber trotzdem vermittelt der Film Eigenständigkeit. Wer aber auf krachende Action steht, wird von dem Film eher enttäuscht sein, denn die Geschichte ist relativ einfach gehalten, und auch der große Twist kommt schon am Ende des ersten Akts. Danach gibt es keine großartigen Überraschungen oder Spannungsmomente mehr, aber “Moon” schafft es trotzdem, die 90 Minuten schnell vergehen zu lassen. Die schauspielerische Doppel-Leistung von Hauptdarsteller Sam Rockwell ist einfach zu überzeugend, und die Thematik (vor allem für Blade Runner Liebhaber) zu fesselnd. Der Film hat völlig zu Recht auf zahlreichen Film Festivals 2009 abgeräumt. Wie gesagt: Man darf sich halt nur keinen bunten Kaugummi-Krawumms-Actionkracher erwarten.

Leider ist “Moon” derzeit nur über Amazon UK zu bekommen, und die Lieferzeit betrug in meinem Fall über 3 Wochen. Es hat sich aber auf alle Fälle gelohnt!

Fazit:

Ein kleiner, äußerst charmanter und unaufdringlicher Independent Science Fiction Film, der als Liebeserklärung an Klassiker des Genres gesehen werden kann, allem voran “2001” (Stil) und “Blade Runner” (Thematik). Ein Pflichtfilm für alle Fans von intelligentem Sci-Fi, die auch ohne Explosionen, Aliens und Weltraumschlachten auskommen können.

PS: Fast hat man den Eindruck, mit der Figur des “GERTY” möchte Duncan Jones das seit 2001’s HAL angeschlagene Image von autarken Raumstations-Robotern wieder aufbessern 🙂

[Artikel @ Wikipedia]
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