Time Hollow (DS)**

GAME STATUS:
Durch. Spielzeit: ca. 8 Stunden

Die Zeitreise Thematik hat es Frau Junko Kawano offensichtlich angetan, denn TIME HOLLOW ist nach SHADOW OF MEMORIES bereits ihr zweites Werk, dass sich voll und ganz mit dem Zeitreisen beschäftigt. Ähnlich wie  SOM ist auch Time Hollow eher eine interaktive Erzählung als ein vollwertiges Spiel, das sich in der typischen Visual-Novel Form präsentiert.  Bleiben wir gleich bei der Präsentation: Das Art Design ist wunderbar, die Zeichnungen wunderhübsch, die Musik geht voll ins Ohr und auch die wenigen Filmsequenzen sind von höchster Qualität. Von technischer Seite her gibts also nichts zu meckern.

Das Spiel selbst erzählt die Geschichte von Ethan, eines Teenagers, der plötzlich aus seinem täglichen Leben gerissen wird, als von einem Moment zum Anderen seine Eltern verschwinden, und er auf mysteriöse Weise den “Hollow Pen” erhält, der es ihn ermöglicht, Löcher in die Zeit zu zeichnen, durch die er die Vergangenheit manipulieren kann. Er kann aber nur Situationen verändern, die mittels Flasbacks (“Rückblenden”) in seinem Kopf auftauchen, wenn die Vergangenheit plötzlich manipuliert wurde, und von seiner gewohnten Erinnerung abweicht. Ethan erkundet nun über 6 Kapitel (Plus Pro- und Epilog) seine Heimatstadt nach Hinweisen über das Verschwinden seiner Eltern, in dem er Infos zu den Rückblenden sammelt, und mit den Einwohnern der Stadt quatscht. Hat er genügend Hinweise über eine Rückblende gesammelt, ist es ihm möglich, diese Situation in der Vergangenheit dank dem Hollow Pen gezielt zu verändern – was nicht immer die Folgen hat, die er sich wünscht. So muss man oft ungewünschte Auswirkungen seiner Manipulation immer wieder ausbessern, bis in der Gegenwart alles wieder stimmt.

Im großen und ganzen wirkt die Story stimmig, aber einige große (Zeitreise) Logiklücken verwirren den so schon so recht wirren Storyverlauf von Zeit zu Zeit. Trotzdem hat Frau Junko Kawano einen sehr guten Job gemacht, denn normalerweise stören mich derartige Mängel deutlich mehr, als es bei Time Hollow der Fall war. Der Zeitreise Krimi reizt den von mir so geliebten “Was-Wäre-Wenn” Aspekt voll aus, und gemeinsam mit der charmanten Geschichte fühlte ich mich immer gut unterhalten, auch wenn die mögliche Interaktion im Spiel sehr gering ist. Verglichen mit SHADOW OF MEMORIES finde ich es übrigens deutlich angenehmer, die Story durch Texte (Time Hollow hat keine Sprachausgabe) zu erleben, als durch Filmsequenzen. Vielleicht bin ich da einfach zu Old School, denn bei Spielen sind mir geschriebene Texte, deren Tempo ich selbst bestimmen kann, immer noch lieber als die beste Synchro.

PS: Dank Frau Kawano’s offensichtlicher Vorliebe für Katzen, die in SOM auch schon zu erkennen war, verdient sich Time Hollow einige zusätzliche Bonuspunkte: Ethan’s Stubentiger SOX ist einfach der Beste 🙂

Time Hollow hat mich echt gut unterhalten. Da ich von Frau Junko Kawano’s früherem Werk “Shadow of Memories” schon vorgewarnt war, erwartet ich mir von Anfang an keine sonderlich interaktive Erfahrung, sondern einfach nur eine gute Geschichte rund ums Zeitreisen. Ich wurde nicht enttäuscht. Time Hollow ist zwar linear und bietet kaum Handlungsspielraum, erzählt aber eine gute,  originelle und charmante Geschichte, die mich in den ca. 8 Stunden Spielzeit kaum losgelassen hat, und auch die technische Präsentation ist für DS Verhältnisse erstklassig. Lediglich die verworrene Story und die (leider tpyische) unlogische Zeitreise-Inkonsequenz trüben das Bild etwas. Wer gut gemachte Visual-Novels mag soll unbedingt mal reinschauen!

humerisches Fazit:
75 – 80%
Unlogische Zeitreise Konsequenzen, viel Text zu lesen und wenig Spiel zu spielen, aber halt eben ein charmantes Visual-Novel mit guter Story und toller Technik.

[Artikel @ Wikipedia]
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