Metroid Other M (Wii)**

Game Status:
Durch (9:22h, 37%)

Die grandiose Metroid Prime Serie (Gamecube, Wii) ist bekanntlich abgeschlossen und dass das nächste Metroid Game eine andere Richtung gehen würde war kein Geheimnis.  Metroid Other M ist der nun neueste Titel aus dem Metroid Universum und wurde gemeinsam von Nintendo und Team Ninja (Dead Or Alive, Ninja Gaiden) entwickelt, was man dem Spiel sehr deutlich ansieht.

Im Gegensatz zu den Prime-Vorgängern ist Metroid Other M ein 2,5D Jump’n’Run, das man rein nur mit der quer gehaltenen Wiimote steuert – ganz ohne Nunchuk, fast wie damals zu 16 Bit Zeiten.  An die Metroid Prime Reihe erinnert eigentlich nur mehr die 1st Person Ansicht, die erscheint, sobald man die Wiimote auf den Fernseher richtet. Man bleibt zwar wie verwurzelt am Fleck stehen, kann aber zumindest 360° schwenken und durch direktes Pointen Gegner erledigen und die Umgebung untersuchen. Es gibt eine halbautomatische Zielerfassung, sobald man in die Richtung eines Gegners blickt, wird auch automatisch auf diesen gezielt und geschossen, da durch die halb-3D Steuerung genaues Zielen nicht möglich ist.

Ein neues und spielentscheidendes Feature ist der “Dodge”-Move: Drückt man kurz vor Feindkontakt das Steuerkreuz in eine Richtung, weicht man automatisch aus. Im Prinzip ganz nett – wenn nicht ganze Bosskämpfe rein auf dem Prinzip aufbauen würden, die ganze Zeit die Richtungstasten zu triggern, den Beam aufzuladen und regelmäßig Schüsse abzugeben. Irgendwann ist der Gegner besiegt und man hat das Gefühl, gar nicht so richtig selbst gespielt zu haben.

Munition und Lebensenergie werden nun nicht mehr durch Items, sondern ausschließlich an den zahlreichen Speicher-Terminals und durch die “Concentration” Funktion aufgefrischt, bei der man  bei hochgehaltener Wiimote und gedrücktem A-Knopf einige Sekunden ohne Feindkontakt ruhig stehen muss. Das mutet zwar etwas seltsam und ungewohnt an, trägt aber durchaus zur Spannungssteigerung bei hitzigen Gefechten bei. Ansonsten bietet Metroid Other M die wichtigsten aus der Serie bekannten Elemente, und von der Spielmechanik mal abgesehen gibt’s nur wenig Experimente. Es spielt sich deutlich geradliniger als seine Vorgänger, meistens läuft man durch Levelschläuche und es sind nur wenige Abzweigungen vorhanden, was den Metroid-typischen Erkundungsdrang etwas einschränkt.

Die Grafik ist für Wii Verhältnisse außerordentlich gut, es gibt so gut wie keine Ladezeiten und auch der Sound und der bombastische Soundtrack wissen sehr zu gefallen.

Es gibt einige Elemente, die mich aber besonders gestört haben: Da sei einmal die extrem nervige Pixel-Suche erwähnt, die manchmal ausgeführt werden muss. Wie verwurzelt bleibt man in aufgezwungener 1st Person Ansicht stehen und muss die Gegend 360° nach meist winzigen Details absuchen, und es geht erst weiter, wenn man diese gefunden hat – Meistens weiß man aber gar nicht so genau, nach was man nun denn eigentlich sucht. Metroid Other M hat auch einige sehr unfaire Trial-And-Error Passagen, die leider etwas unglücklich designed wurden, und man erst nach mehrmaligen Sterben (oder Blick in die Lösung) überhaupt kapiert was zu tun ist. Das man nun außer Items und Blockaden so gut wie nichts scannen kann ist für den Metroid Prime Veteran übrigens auch etwas frustrierend.

Streiten kann man sich über die in aufwändigen Videosequenzen erzählte Story. Metroid Other M bietet eine ungewohnt aufwändige Story und Einblicke in die Hintergrundgeschichte der Hauptdarstellerin Samus Aran. So gut diese Storysequenzen auch technisch umgesetzt wurden, irgendwie passt das hier gezeigte Bild einer etwas weichen, oft naiv erscheinenden Blondie-Samus nicht so ganz zu dem Bild, das man sich  als Spieler im Laufe der letzten 20 Jahre von Samus gemacht hat. Die Videosequenzen triefen vor Pathos und Kitsch und sind meistens deutlich zu lang. Anstatt episch und mitreißend zu wirken, kommen sie oft einfach nur unpassend und teilweise sogar peinlich rüber.

Die Story an sich ist wie gesagt ganz ok, hat aber einige Logiklöcher. Vor allem die Tatsache, dass Samus zur Befehlsempfängerin degradiert wurde, und auch in den tödlichsten Situationen darauf warten muss, dass der Kommandant Adam ihr die Erlaubnis erteilt, bestimmte Fähigkeiten einzusetzen, ist erstens dramaturgisch an manchen Stellen bedenklich, und passt auch nicht so ganz zur Figur der unabhängigen Kopfgeldjägerin Samus, die in den letzten 20 Jahren ebenso oft auf eigene Faust das gesamte Universum gerettet hat.

Ich vermute, dass man mit dieser (zu) weichen Samus hauptsächlich neue Käuferschichten ansprechen will, die die alten Metroid Teile nicht kennen, und somit auch nicht vorbelastet sind.

Ein solides Action Jump’n’Run das vieles erfrischend anders macht, aber nur ein mittelmäßiges Metroid. Die Levels sind im großen und ganzen zu linear, die Kämpfe etwas zu chaotisch und die Background Story hinter Samus Aran wirkt trotz beeindruckender cineastischer Inszenierung insgesamt unpassend. Metroid Other M ist durchaus empfehlenswert, aber halt kein Super Metroid, Metroid Fusion oder gar ein Metroid Prime. Die Neuausrichtung hat mir aber insgesamt trotzdem sehr gut gefallen, weshalb ich dem Spiel trotz aller Mängel auch eine gute Note geben kann.

humerisches Fazit:
70 – 85%
Eine verweichlichte Samus Aran, chaotische Kämpfe, verhältnismäßig simples Level Design und nervige Pixel-Suche Abschnitte machen Other M zu einem schlechten Metroid Spiel. Gut inszenierte Filmsequenzen, frische Gameplay Elemente und viel Action geben aber trotzdem ein recht ordentliches Action Spiel ab.

[Artikel @ Wikipedia]
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