My Gaming Senf 06/2011 (E3, Wii U, etc.)

Zwei lange Monate ist’s her seit ich meinen letzten Blogeintrag verfasst habe, höchste Eisenbahn also, das Vakuum auf meinem Blog mit einem neuen Beitrag zum Thema Games auszufüllen. Die E3 Pressekonferenzen sind vorbei, das Play Station Network ist wieder online und der eShop ist auf dem 3DS gelandet. Grund genug für mich, zu den Themen mal die humerische Senftube auszuquetschen. Los geht’s!

Senf #1: PSN Outage

Es ist traurig und bedenklich, dass es überhaupt soweit kommen konnte. Einerseits traurig dass Sony bei Sicherheitsfragen anscheinend unglaublich geschlampt hat und seine ahnungslosen Kunden erst einmal tagelang uninformiert gelassen hat, andererseits bedenklich, dass derartige Cyberangriffe überhaupt möglich sind (Spontaner Gedanke: Was passiert wenn meine Hausbank gehackt wird und mein ganzes Vermögen einfach gelöscht wird?). Trotzdem vermisste ich das PSN kaum, obwohl ich gerne auch ohne etwas einzukaufen im PSN Store herum bummle. Jetzt scheint das Ganze aber wieder zu funktionieren und ein paar Gratis Spiele gabs ja auch. Nicht dass ich diese unbedingt spielen will, aber einem Geschenkten Gaul…

Senf #2: 3DS Update & eShop

Die Unvollständigkeit vom 3DS beim Launch war einer seiner größten Kritikpunkte, aber inzwischen ist der eShop, der Webbrowser und die DSi-3DS Übertragungsfunktion endlich nachgeliefert worden. Der DSi ? 3DS Transferfunktion ist ganz ok (Pikmin!!), obwohl man alle Savegames von DSi-Ware Titel verliert. Da ich aber ohnehin kein großer Fan von DSiWare bin, kann ich das ganz gut verkraften. Dass die am DSi geschossenen Fotos automatisch auch auf den 3DS übertragen werden freut mich schon mehr, auch wenn’s nur eine Nebensächlichkeit ist. Der 3DS Browser ist ähnlich träge wie der DSi Browser, zumindest ist die Auflösung ein bisschen besser und das Laden ein klein wenig flotter. Zum fröhlichen Surfen eher unbrauchbar, für den schnellen Blick in den Walkthrough zum aktuell gespielten Titel, ohne diesen beenden zu müssen, jedoch ok.

Der eShop selbst ist, wie soll ich sagen, naja, ganz brauchbar. Für mich als alten Struktur- und Ordnerfetischisten ist er vielleicht etwas zu unaufgeräumt, alles wird in einer Wurst hintereinander aufgereiht und Infos zu den Titeln sind auf zu viele Ebenen verteilt. Es gibt beispielsweise keinen Platz für alle DSi Ware Spiele, man bekommt nur eine kleine Auswahl an Titel angezeigt, obwohl durchaus alle Spiele mittels der Suchfunktion auffindbar sind. Ok, der eShop ist keine Usability Hölle wie der Wii Shop Kanal und der DSi Store, aber auch nicht vergleichbar mit der Leichtigkeit und Freude, die eine Shoppingtour durch den Apple App Store vermittelt. Außerdem scheint mir im eShop einiges etwas schlampig umgesetzt worden zu sein, das soeben erschienene Zelda – Links Awakening ist beispielsweise zwar in der ersten Ebene des eShops zu sehen, aber noch nicht in den „Neuerscheinungen“ oder sogar in der „Virtual Console“ zu finden. Noch dazu gibt es zwar 3D Videos (Ocarina of Time), aber keine 3D Fotos von 3DS Games. Es ist sowieso komisch, dass der eShop selbst kaum 3D Features verwendet.

Klar, das sind alles eher Kleinigkeiten, aber wenn Nintendo schon extra betont „sich diesmal extra viel Zeit genommen zu haben um alles richtig zu machen“, dann wundern mich diese Schnitzer aber schon etwas. Trotzdem: Insgesamt ist der eShop um WELTEN besser als der Wii Shop Kanal und der DSi-Ware Store. Um aber sagen zu können, ob dort einkaufen Spaß macht, muss er erst mal mit mehr Titel befüllt werden.

Noch kurz ein Wort zum Nintendo-typischen Fehlen von Kundenkonten und der berüchtigten Konsolengebundenheit der Einkäufe: Durch die Transferfunktion hat diese Problematik etwas an Schrecken verloren, die einzige Bedrohung ist nun „nur“ noch ein Verlust oder Totalschaden seiner Nintendo Konsole. Der virtuelle Kassabon, den man sich nach einem Kauf im eShop anschauen (aber nicht ausdrucken oder sich per Mail zusenden lassen) kann ist nett, aber nur ein kleiner Trost.

Senf #3: Kinect @ E3

Tja. Alle jammerten darüber, dass es kaum Core Titel für Kinect geben würde. Jetzt kündigt Microsoft diese Titel an, aber nun jammert die Zockergemeinde erst wieder. Aber ich kann’s ja verstehen, wer Kinect inzwischen selbst ausprobieren durfte ist über dessen Ungenauigkeit entzürnt und befürchtet halt eine gewisse „Verwässerung“ der Core Games durch hakelige Kinect-Experimente. Aber wer weiß, vielleicht werden die neuen Titel eh gut funktionieren. Man müsste diese halt eben schon selbst ausprobieren können. Ich befürchte aber, dass die Ungenauigkeit von Kinect mit der aktuellen Hardware nicht mehr in den Griff zu bekommen ist. Stichwort FINGER ERKENNUNG. Würde man z.B. das Ballen der Faust als Spieleingabe verwenden können, wäre das ganze dämliche Herumzittern und fünf-Sekunden-über-einem-Icon-verweilen-zum-Auswählen endlich Vergangenheit. Oder man könnte Zaubersprüche und Befehle mit Fingergesten auslösen können. Und nicht durch wildes Herumfuchteln. Kurz: Ich lass mich von Kinect gerne überraschen, erwarte mir aber da aber eigentlich nicht viel.

Senf #4: PS Vita @ E3

Geilomat! Günstiger Preis (250,-) und State-Of-The-Art Technik befriedigen den Gadget-Nerd in mir, der von Nintendo immer etwas enttäuscht wird. Trotzdem bin ich mir nicht ganz sicher, ob ich „typische“ Konsolentitel auf einem Handheld überhaupt spielen will. Macht Uncharted im Zug Sinn? Trotzdem lässt die Vielseitigkeit des Geräts hoffen, dass die Entwickler hier viele coole Sachen aus den Hüten zaubern werden. Das einzige verbliebene Mega-Fragezeichen: Wie lange hält der Akku? *schluck*

Senf #5: Wii U @ E3

Nintendo haben hier vieles richtig gemacht. Sie hatten kaum eine andere Wahl. Jede andere Entscheidung wäre ihr Ruin gewesen. Eine Wii-HD mit verbesserter WiiMotionPlusHD wäre in die Hose gegangen, da hat Sony schon nachgezogen. Eine neue Hardcore Konsole, mit „normalen“ Controller und Mega-Technik? Hallo Gamecube! Für ein derartiges Konzept ist der Markt mit Xbox 360 und PS3 seit Jahren übersättigt, Nintendo wäre hier (wie beim Gamecube) viel zu spät dran und die Konsumenten würden eher (wie beim Gamecube) die etablierten, inzwischen günstigen Konsolen mit zahlreichen verfügbaren Spielen kaufen.

Wii U. Der Name ist bescheuert. Aber ich weiß noch genau wie ich 2006 online und im Real Life hitzige Diskussionen darüber hatte: Kann der Name „Wii“ funktionieren? Wird sich ein inoffizieller Kosename entwickeln, der das hässliche Wort „Wii“ kaschiert? Wird „Wii“ vielleicht „Wai – Ai“ oder ähnlich ausgesprochen? Nichts von alledem passierte, weil der Mensch anscheinend dazu in der Lage ist sich an alles zu gewöhnen. Deshalb werden auch bei der Wii U spätestens nach dem Erscheinen alle dümmlichen Wortwitze und Bedenken verschwinden. Da bin ich mir sicher.

Wii U = iPad mit Knöfen? Wenn ja ? Wunderbar! Seit Erscheinen der Wii haben dank Apple’s iPhone und iPad Smartphones und Tablets die Medienwelt gehörig umkrempelt. Am ersten Blick scheint es naheliegend zu denken, dass der Wii U Controller eine Angstreaktion auf das iPad darstellt, jedoch versichern Miyamoto und Co., sich schon vor mehreren Jahren auf das Konzept geeinigt zu haben. Kann man glauben oder nicht, Fakt ist dass der neue Controller mächtig gewöhnungsbedürftig aussieht. Ich kann an dieser Stelle noch nicht sagen ob ich Wii U liebe oder hasse, aber ich finde den eingeschlagenen Weg als richtig.

Obwohl ich ein großer Nintendo Fanboy der ersten Stunde bin, müssen folgende Punkte aber erst geklärt werden, bevor ich Nintendo wirklich zu einem großen Wurf gratulieren kann:

-) Handlichkeit. Der Controller sieht schrecklich unhandlich aus. Liegt er gut in der Hand? Sind die Tasten gut bedienbar? Erreicht man die Schultertasten einfach? Ist er auch mit kleinen bzw. von Kinderhänden gut bedienbar?

-) Gewicht. Im Prinzip ist der Controller ein Stück Plastik mit Bildschirm, Batterie und ein paar simplen, leichten Komponenten (Lautsprecher, Mikro, Kamera, Gyro Sensoren, Knöpfe, Funksender/Empfänger, Videodecodierer), weil alle Berechnungen in der stationären Konsole stattfinden und nur das Videosignal an den Controller weitergeleitet wird (Eigentlich das GoLive oder Gaikai Prinzip auf Heimbasis). Das sollte eine gewisse Leichtigkeit und somit auch eine angenehme Bedienung über längere Zeit ermöglichen.

-) Akkulaufzeit und Lademöglichkeit. Da im Controller keine energiehungrigen Berechnungen durchgeführt werden müssen, muss im Prinzip nur die Bildschirmbeleuchtung mit Energie versorgt werden. Aber wie lange wird der Akku trotzdem halten? 3 Stunden? 5 Stunden? 10 Stunden? Alles unter 10 Stunden wäre problematisch. Die Leute (wie ich) hassen es, ihre 1000 mobilen Geräte ständig aufladen zu müssen. Wird es für den Controller eine Docking Station ähnlich die des 3DS geben?

-) Nintendos Online Politik. State-Of-The-Art Grafikmöglichkeiten hin oder her, wenn Nintendo die grafische Oberfläche und die Usability der Wii U ähnlich, ähem, bescheiden wie bei Wii, DSi und 3DS gestaltet, wird der von Microsoft und meinetwegen auch Sony verwöhnte Core Gamer nur ein müdes Lächeln (wenn überhaupt) parat haben. Nintendo, bitte stellt ein paar Usabilty Experten ein, dieses Spezialgebiet wird heute schon auf jeder Uni unterrichtet!

-) Wechsel von Controller zu TV. Ist es für die Augen vielleicht zu anstrengend, ständig zwischen dem Bildschirm des Controllers und dem TV Screen zu wechseln?

-) Singletouch und Induktives Display? Die Stiftbedienung legt ein induktives Touchdisplay nahe, wie es auch beim 3DS verwendet wird. Eine von Smartphone und Tablets gewohnte Bedienbarkeit mit den Fingern ist also sehr fraglich. Multitouch ist somit auch eher hinfällig, was viele spielerisch interessante Möglichkeiten, oder 1:1 Portierungen von Tablet Games, zunichte macht. Zoomen durch “Pinchen” anstatt auf PLUS oder MINUS Buttons zu klicken wär halt schon sexy…

-) Nur ein einziger Controller möglich. Anscheinend wird man nur einen Wii U Controller an die Wii U anschließen können, was technisch ja durchaus verständlich erscheint, aber trotzdem etwas ärgerlich ist. Mehrspielerduelle, wo sich jeder verschmitzt hinter seinem Wii U Controller versteckt, sind somit nicht machbar. Oder will man das Gerät ohnehin nur für Singleplayer Games einsetzen?

-) Preis. 250,- Euro? Zu niedrig, so viel kosten ja schon 3DS und PS Vita. 300,- Euro? Wäre möglich und wünschenswert, ist aber unwahrscheinlich. 350,- Euro? Klingt für mich realistisch. Ich denke die Zeiten sind vorbei, wo Spieler jenseits der 400,- Euro für eine neue Konsole ausgeben würden. Ich persönlich wäre mit einem Preis zwischen 250,- und 350,- Euro zufrieden.

Letztendlich wird die Wii U mit den Spiele stehen und fallen. Die Pressekonferenz von Nintendo war diesbezüglich sehr enttäuschend, denn außer einem quasi Lego-GTA und einigen Portierungen von aktuellen PS3 und Xbox 360 Games wurde nichts angekündigt. Es könnte aber einfach sein, dass Nintendo keinen Informationsoverkill betreiben, und nur drei Dinge kommunizieren wollten:

1) Bald gibt’s Zelda Futter zum 25igsten.

2) Der 3DS ist da und viele viele Spiele kommen bald nach!

3) So sieht unsere neue Konsole aus und das kann man damit machen.

Wenn man bedenkt, dass die Wii U bereits in einem Jahr erscheinen soll, aber noch keine Titel genannt werden können, könnte das schon Anlass zur Sorge geben, dass Nintendo hier ein ähnlich schwaches Lauch Lineup zusammenbringt wie beim kürzlichen 3DS Start. Dass die Konsole 100% abwärtskompatibel zur Wii (aber nicht mehr zum Gamecube) ist, bringt zumindest den Vorteil, dass man quasi nur die stationäre Konsole austauschen muss, die Sensor Bar einfach einstöpselt, und die teuer gekaufte Wiimotes und alle Wii Titel einfach weiterspielen kann. Dass es ein Daten-Transfer Programm ähnlich wie bei DSi und 3DS geben wird ist relativ sicher. Die Frage ist halt nur, ob es dann auch möglich sein wird, die Spielstände zu übertragen. Man wird sehen.

Welche Spiele sich dank dem Wii U Controller verwirklichen lassen liegt nun in der Hand der Entwickler. Die Zeiten der technischen Einschränkungen einer Wii sind zum Glück endlich auch für Nintendo Entwickler vorbei, und dank 100% Abwärtskompatibilität zur Wii und deren Controller sind auch einige interessante Kombinationen möglich, da bin ich mir sicher.

Was mir abschließend ganz spontan eingefallen ist: MMORPG’s auf Konsolen fehlte es bisher simpel und einfach an der PC Tastatur, der Maus und dem Voice-Chat. Alle diese Dinge sind durch den neuen Controller möglich. Auch wenn das iPad eindrucksvoll bewiesen hat, dass Tochscreens KEIN Tastaturersatz sind, wären auf dem Controller der Wii U viele MMORPG unterstütztende Features möglich, für die ein herkömmlicher Controller einfach nicht zu verwenden ist.

So denn, auf einen weiterhin spannende und gesegnete Gamer-Zukunft!

Beste Grüße,

Christian aka humaldo

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2 Kommentare zu My Gaming Senf 06/2011 (E3, Wii U, etc.)

  • ich bin durchaus gespannt und werde mir die neue konsole sicher besorgen. was das wechseln zwischen TV und controller betrifft: wie ich das sehe macht man das nicht ständig, und im prinzip ist der wechsel in dem fall gut für die augen. kurzsichtigkeit entsteht ja in der heutigen zeit oft weil man immer auf die selbe entfernung schaut…

    es ist übrigens angeblich möglich nicht nur einen dieser neuen controller zu verwenden, sondern 2 gleichzeitig. weiss nicht mehr wo ich das gelesen hab, irgendwo stand es jedenfalls in der fülle der infos bei den wenigen bekannten technischen details…

  • bin a scho seeeehr gespannt, wie se des so entwickelt midn wii u.
    Mehrere Controller gleichzeitig würd i allerdings auch ziemlich wichtig finden. Wies da hux im Text so schön beschrieben hod. Des würd scho einige geniale gschichtn ermöglichen!

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