Das iPad und ich, Teil 2: Feels Good!

Inzwischen sind seit meiner Wiedereinreise ins Apple Land fast zwei Wochen ins Land gezogen, genug Zeit für einen ersten Zwischenbericht, bezogen auf die Hardware.

Als das Paket eintraf, war ich wegen dem doch recht hohen Anschaffungspreis schon etwas nervös. Ob diese aktuelle Amazon Marketplace Bestellung (McShark Mitarbeiter teilten mir am Telefon mit, dass das iPad noch länger nicht so schnell verfügbar sein wird)  nun nicht vielleicht doch ein Fehler gewesen war? Aber als ich das Ding dann zum ersten mal in der Hand hielt, verflog ein großer Teil der Unsicherheit. Das iPad ist unglaublich wertig gefertigt und fühlt sich einfach gut an. Das recht hohe Gewicht stört mich persönlich nicht. Da hat man wenigstens was in der Hand. Mich fasziniert nach wie vor, dass das Gerät quasi aus einem einzigen Aluminiumteil gefertigt ist. Es gibt keine Schrauben, keine Schlitze, keine Nahtstellen, keine Lüftungsschlitze, nichts wackelt. Auch nach fast zwei Wochen möchte ich das iPad fast nicht aus der Hand geben –  Es fühlt sich einfach gut an! Da müssen sich die Tablet-Mitbewerber echt extrem anstrengen, denn die Haptik ist bei so einem Teil, das rein fürs Angreifen konzipiert ist, extrem wichtig.

Wenn wir schon bei der Hardware sind: Ich kann hier nur wenig bemängeln. Der Lautsprecher klingt erstaunlich gut. Klar, die Bässe sind physikalisch bedingt etwas schwach, aber auf dem iPad klingen Musik, Game Sounds und auch Podcasts richtig gut. Das Touch-Display verschmiert zwar schon beim Anschaun, aber das stört beim Betrieb in Räumen überhaupt nicht. Erst im Freien und bei direktem Sonnenlicht werden die Fingerabdrücke deutlich sichtbar. Aber das iPad ist sowieso ein Gerät, dass zu 90% zu Hause verwendet wird, von dem her stört mich das nicht sonderlich. Seltsamer Weise macht mir sogar das Putzen Spaß, wer hätte das gedacht. Diese Haptik ist schon ein Hund.

Das Display fühlt sich verdammt gut an, nicht ganz so hart und kalt wie Glas, aber auch nicht so billig und instabil wie Plastik. Man greift einfach gerne drauf herum. Obwohl es vielleicht doch ein klein wenig besser rutschen könnte. Vor allem bei Spielen stört es ein wenig, dass die Oberfläche einen recht hohen Widerstand hat, der beim Lenken der Spielfiguren etwas hemmt. Aber dazu komme ich eh später. Das Display ist natürlich der Kern eines Gerätes mit reiner Touch-Bedienung. Das einzig negative hier ist die Auflösung. Für Fotos, Spiele und Filme ist sie ausreichend, aber fürs Lesen von Schrift etwas zu grob. Hier muss immer etwas gezoomt werden (was aber dank der praktischen “Finger-Pinzetten-Bewegung” kein Problem ist), um der Verpixelung der Buchstaben zu entgehen.

Bei der Auswahl einer Schutzhülle war für mich klar: Ich möchte das Gerät nicht in ein Ganzkörper-Case klemmen. Ich möchte das iPad als Ganzes zwischen meinen Fingern spüren. Deshalb kam für mich nur eine  einfache Tasche in Frage, in der das iPad schnell gesteckt und wieder rausgenommen werden kann. Das hat sich für mich schon beim (inzwischen obsolet gewordenen) Sony E-Reader bewährt. Ein Gerät, das sich so gut anfühlt, steckt man nicht in eine Ganzkörperhülle. Ich zumindest nicht. Zudem das Display eh extrem widerstandsfähig gegenüber Kratzer sein dürfte. Bis jetzt ist alles spielgelglatt, obwohl es schon ein paar kleine Unfälle mit härteren Gegenständen gab.

Kommen wir zur Bedienung: Einfach wunderbar. Apple versteht es wie kaum ein anderer Hersteller, das Bedienen zu einer sinnlichen Freude werden zu lassen. Klar, andere Touchgeräte verwenden das gleiche Konzept, aber Apple bietet ein Zusammenspiel aus angenehmen Berühren, Smoother Animation und schneller Reaktionszeit, das sich (aus welchem Grund auch immer) einfach gut anfühlt. Was mich am Gesamtkonzept stört ist eigenlich nur, dass es sich im Prinzip um die vergrößerte iPhone Oberfläche handelt, die kaum an die Eigenheiten eines Tablets angepasst worden ist. Ich warte gespannt auf das für Herbst angekündigte Update, das ja auch Multitasking bringen wird/soll.

Noch abschließend ein Wort zur Akkuleistung: Phänomenal. Die angegebenen 10 Stunden aktive Betriebsdauer stimmen wirklich. Es ist einfach eine Freude, beim Pendeln mit dem Zug keine Gedanken an den Akku verschwenden zu müssen. Beim Filmschauen auf einer 1,5 stündigen Fahrt kostete das dem Akku nur knapp 13%. Mein Laptop wäre nach dieser Zeit schon am Ende seiner Kräfte. Mal abgesehen vom Platz und Gewicht, den dieses im Gegensatz zum iPad benötigen würde. Es lädt auch enorm schnell auf, nach maximal zwei Stunden am Strom ist der Akku wieder voll. Per USB kann ich das iPad leider nicht laden, da anscheinend nur die neuen Macs genügend Strom dafür liefern. Damit kann ich aber leben. Auch ein Vorzug ist, dass das iPad immer im Standby ist, und jederzeit in Sekunden in Betrieb genommen werden kann. Wo ich bisher extra den Computer einschalten musste, um zum Beispiel etwas auf Wikipedia zu recherchieren, nehme ich jetzt einfach das iPad zur Hand und bleibe auf der Couch sitzen.

Was mich persönlich weiter fasziniert ist, dass das iPad keine Betriebstemperatur entwickelt. Klar, die verbaute Technik ist nicht High End (das iPhone 4 ist beispielsweise leistungsstärker), aber dafür erhält man eben eine sehr gute Akkuleistung und hat keine Hitzeprobleme trotz Abwesenheit jeglicher mechanischer Lüfter samt Geräusche und Lüftungsschlitze.

Mein Fazit: Das iPad ist ein extrem angenehmes Stück Hardware. Ich ertappe mich ständig dabei, es einfach nur in den Händen zu halten und mich über die Berührung zu freuen. Nach zwei Wochen immer noch. Ich bin gespannt, ob diese Freude mit der Zeit nachlässt.

Ich bin auch schon gespannt auf den Tablet Mitbewerb, der mit neuen Geräten in den Startlöchern scharrt. Die angekündigten Tablets der Konkurrenz versprechen allesamt bessere Leistung, mehr Features und mehr Offenheit, aber ob sie eine ähnlich gute Haptik wie das iPad bieten werden können, ist fraglich. Und dieser Faktor ist meiner Meinung nach ohne Zweifel eine der ganz großen Stärken des iPads.

Das war’s mit meinem ersten iPad Eindruck, im nächsten Teil geht’s um die tägliche Verwendung des Gerätes im Alltag mit allen seinen Tücken und Vorzügen.

Bis dann!

huma

PS: Nein, ich werde nicht von Apple bezahlt und bin auch nicht über Nacht zum Apple-Fanboy mutiert. Das hier ist schlicht und einfach meine Meinung über die Hardware Qualität des iPad, die ich mir in den letzten zwei Wochen gebildet habe. Die nächsten Artikel werden eh wieder etwas kritischer asufallen, keine Angst 🙂

Artikel Serie: Das iPad und ich.

>> Teil 1: Einführung
>> Teil 2: Feels Good!
>> Teil 3: Im Alltag.
>> Teil 3,5: Update.
>> Teil 4: Gaming mit dem iPad